Farnbühlpark Wohlen

2023 – 2026
Farnbühlpark Wohlen
  • Bauherrschaft Client
    OSF AG, Wohlen OSF AG, Wohlen
  • Typ Type
    Neubau, Wohnen New Construction, Residential
  • Ort Location
    Wohlen Wohlen
  • Stand Status
  • Baukosten BKP 1-9 Costs
Eingangsseite Zwischenraum_lowres
  • Bauherrschaft Client
    OSF AG, Wohlen OSF AG, Wohlen
  • Typ Type
    Neubau, Wohnen New Construction, Residential
  • Ort Location
    Wohlen Wohlen
  • Stand Status
  • Baukosten BKP 1-9 Costs

Wohlen im Kanton Aargau hat eine Tradition im Strohflechten. Ein ehemaliges Ensemble der daraus entstandenen florierenden Hutflechterindustrie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wird zu einer neuen Wohnsiedlung mit 150-160 Wohnungen ergänzt. Die Situation in unmittelbarer Bahnhofsnähe, sowie die Lage an der Schnittstelle zur gemäss kantonalem Richtplan südwestlich geplanten Siedlungserweiterung prädestinieren das Areal für diese zukunftsweisende Verdichtung. Oberstes Ziel ist der Schutz des eindrücklichen alten Baumbestands des historischen Parks und der Erhalt des ehemaligen Pferdestalls.

Die beiden vorgeschlagenen Mehrfamilienhäuser auf dem südlichen Baufeld mögen mit ihrer Dreieckform auf den ersten Blick überraschen. Doch reagieren sie durch Form und Drehung geschickt auf die bestehende Lichtung inmitten des dichten Saums grosser Bäume und stossen mit ihren Spitzen präzis in die wenigen Lücken im Grün vor. Genau mit ihnen werden die Gebäude voneinander differenziert und inszenieren ihr ‘In-den-Kronen-Sein’ unterschiedlich: Bei gleicher Volumetrie unterscheiden sie sich durch die Platzierung entweder der Balkone oder der Kamine in den Spitzen und die daraus resultierende Varianz in Fassade und Dachgeometrie; beim Balkontypus werden die Decken vom Mittelpunkt her leicht in die Höhe gezogen und geben den oberen Balkonen besondere Luftigkeit, beim Kamintypus wird der Rauchabzug als plastisches Element inszeniert und geben dem Baukörper ein ungewöhnliches Gepräge.

Neben einer neuen öffentlichen Durchwegung zieht sich ein feines Wegnetz mit direkter Erschliessung der Erdgeschosswohnungen durch den Park. Zusammen mit der ungewöhnlichen Volumetrie der Baukörper und den stattlichen Bäumen entstehen atmosphärische Raumtaschen, die sich in Intimität und Öffnung angenehm voneinander unterscheiden.

Die Wohnräume erhalten durch ihre Lage in den Spitzen und Fenster in den 60°-Aussenwänden eine Art Weitwinkelblick in die Baumkronen. Zwölf Wohnungen pro Haus drehen sich um die zentrale Wendeltreppe mit Vorhalle. Je drei Wohnungen pro Geschoss, eine in jeder Ecke, gliedern sich in einen inneren Bäder- und einen aussenliegenden Zimmerkranz. Im Scharnier der Zimmer in den Dreiecksschenkeln liegt mit seiner besonderen Form jeweils das Entrée der Wohnungen. Die beidseitig zugängliche raumhaltige Küchenwand trennt Kochen und Essen nützlich voneinander und stellt doch beides in enge Verbindung. Während im einen Haus die Feuerstelle in der Spitze zusammen mit seitlichen Ausblicken den Wohnraum prägt, wird die spitzige Loggia im anderen Haus als Wohnraumerweiterung ins Grün empfunden. Unterschiedliche Qualitäten, jeweils mit besonderem Reiz. Besonders sind auch die Fenster, von aussen in der Fassade als auffällig grosse Rundfenster gezeichnet, die die Komposition aus geometrischen Figuren unterstreichen, von innen Halbrundöffnungen, beinahe raumhoch, was die Raumstimmung trotz des im Prinzip gleichen Elements je nach vorgefundener ‚Hälfte‘ – einmal am Boden, ein andermal von der Decke hängend – deutlich beeinflusst.

Im Eingangsgeschoss bieten die Haupteingänge genug Platz für ungeplante Begegnungen mit den Nachbar:innen, für Briefkästen, Kinderwagen, Rollatoren. Die Erdgeschosswohnungen haben Ausgänge direkt in den Park und sind teilweise direkt mit Hobbyräumen im Tiefgeschoss verbunden.

Neben dem Erhalt und der Aufwertung des Parks legt die Eigentümerschaft grossen Wert auf Nachhaltigkeit. Für die Konstruktion werden Lehm und Holz als nachwachsende Rohstoffe gewählt. Die Decken sind als Holz-Beton-Verbunddecken konzipiert, Aussen- und Tragwände werden aus vorgefertigten Stampflehmelementen errichtet und sparen verglichen mit einer Betonkonstruktion 63% CO2. Die Elemente werden vor Ort miteinander durch Ausstopfen der Fugen zu einem monolithischen Erscheinungsbild verbunden. Die Geschosssprünge zeichnen sich an den Deckenstirnen ab und nehmen Bezug auf traditionelle spanische Lehmbauten, deren Schichtung sichtbar bleibt und bei denen sich auch am fertigen Bau die Befestigungsstellen der Kletterschalung und Standflächen in Form von Vertiefungen zeigen. Für die Fassung der kreisrunden Fenster werden Klinkerbögen gewählt, als festeres Material aus Erde geeignet für den gezielten Einsatz statisch wirksamer Sturz- und Bogenkonstruktionen.

Dagegen werden die Fassadenbereiche der Zimmer wie Kerben in den Lehm geschlagen, betonen mit ihrem Zurücktreten die Tiefe der Wand und vermitteln in ihrer schlichten hölzernen Materialisierung mehr Privatheit.

Die Wohnungen sind im Inneren geprägt von natürlichen Materialien. Die Holzdecken bleiben sichtbar, die nichttragenden Innenwände werden ergänzend zu den Stampflehmwänden mit Lehmplatten mit Lehmputz bekleidet, die das Raumklima ebenfalls angenehm ausbalancieren und in Farbton und Haptik gegenüber konventionellen Gipsplatten deutlich sinnlicher sind. Auf die sorgfältige Gestaltung der Küche als Raumskulptur wird besonders Wert gelegt.

Das nachhaltige Konzept umschliesst neben dem sensiblen Umgang mit der Umgebung und der Materialisierung auch das Energiekonzept der Siedlung. Geheizt wird mit Geothermie und Wärmepumpen, das Regenwasser wird als Grauwasser im Sanitärbereich und für die Parkbewässerung genutzt.

Wohlen, in the canton of Aargau, has a tradition of straw weaving. A former ensemble of buildings from the flourishing hat-weaving industry of the 19th and early 20th century is being complemented with a new residential development of 150–160 apartments. The location, directly next to the train station and at the intersection of the south-western neighbourhood expansion, planned according to the cantonal masterplan, makes the site ideal for this forward-looking densification. The primary goal is to protect the historic park’s magnificent ancient trees and to preserve the former horse stable.

The triangular shape of the two proposed apartment buildings on the southern plot may, at first glance be surprising. However, through their form and orientation, they respond cleverly to the existing clearing in the dense belt of large trees, with their pointed ends reaching precisely into the few gaps in the greenery. This is also how the two buildings differentiate themselves: they stage their “being-in-the-treetops” in different ways. Although identical in volume, the two structures differ through the placement of either balconies or chimneys at their tips, resulting in variations in the façade and roof geometry. In the balcony typology, the ceilings are slightly raised from the centre, giving the upper balconies a particular lightness. In the chimney typology, the flue is presented as a sculptural element, giving the building an unusual character.

In addition to a new public passageway, a fine network of paths with direct access to the ground-floor apartments weaves through the park. Together with the unusual geometry of the buildings and the grand trees, atmospheric pockets of space are created that are characterised by a combination of intimacy and openness.

The living rooms, located in the tips of the triangles and with windows set in the 60° exterior walls, offer a kind of wide-angle view into the treetops. Each building contains twelve apartments arranged around a central spiral staircase and foyer. With three apartments per floor, one in each corner, the layout is organised into an inner ring of bathrooms and an outer ring of bedrooms. The entrance to each apartment is defined by its special shape, at the junction of the triangular wings. The spacious kitchen, accessible from two sides, conveniently separates cooking and dining, yet keeps the two closely connected. Whilst in one building the fireplace at the tip of the triangle together with side views outwards, shapes the living space, the other building, with a pointed balcony, extends the living area into the greenery. Different qualities, each with its own special charm. The windows are also unique: from the outside they appear as strikingly large round openings that emphasise the composition of geometric figures; from the inside they form semi-circular, nearly full-height openings, and depending on whether the semicircle is at floor level or hanging from the ceiling, they significantly influence the character of the space.

On the entrance level, the main lobbies provide enough space for unplanned encounters with neighbours to take place, as well as for mailboxes, prams, and walking frames. The ground-floor apartments open directly onto the park and are in some cases directly connected to hobby rooms in the basement.

Beyond preserving and enhancing the park, the property owners place great emphasis on sustainability. Earth and timber, renewable raw materials, have been chosen for the construction. The floors are designed as timber-concrete composite slabs, while the exterior and load-bearing walls are built from prefabricated rammed-earth elements, saving 63% CO2 compared to a concrete structure. On-site, the elements are joined together by filling the joints, resulting in a monolithic appearance. The horizontal layers are visible at the slab edges, referencing traditional Spanish rammed-earth buildings, where the layering remains visible and even the fastening points of the formwork and scaffolding show as indentations in the finished structure. For the circular windows, brick arches are used—a firmer earthen material suitable for targeted use in structurally effective lintel and arch constructions. In contrast, the wall sections around the bedrooms appear carved into the clay, with their recessing emphasising the depth of the wall, while the simple timber materiality provides greater privacy.

Internally, the apartments are predominantly made with natural materials. The timber ceilings remain visible, and the non-load-bearing interior walls, in addition to the rammed-earth walls, are clad with clay panels and clay plaster. These also help balance the indoor climate and are noticeably richer in colour and texture compared to conventional gypsum boards. Particular attention is given to the careful design of the kitchen as a sculptural element in the living space.

The sustainable concept extends beyond the sensitive handling of the surroundings and materials to include the development’s energy system. Heating is provided through geothermal energy and heat pumps, while rainwater is reused as grey water in the sanitary facilities and for park irrigation.